Ratgeber: Betreutes Wohnen für Jugendliche

Leider kommt es immer wieder vor, dass Jugendliche in problematische Verhältnisse hineingeboren werden und als junge Erwachsene mit ihrer Situation nicht selbst fertig werden. Aus diesem Grund bieten viele Organisationen, wie u. a. Diakonie, SOS Kinderdorf oder andere diverse private Initiativen entsprechende Hilfen an, um den Jugendlichen zur Seite zu stehen. Gegebenenfalls wird dann in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern für die Betroffenen eine Wohnung oder Wohngemeinschaft in Erwägung gezogen, dem sogenannten betreuten Wohnen für Jugendliche. Hierbei wird Unterstützung geboten, um den Weg ins Erwachsenenleben zu ebnen, indem der Alltag gemeinsam mit sozialpädagogisch geschulten Betreuern organisiert wird. Das Ziel für die 15- bis 21-Jährigen ist die Selbstständigkeit, wie der Umgang mit Gelddingen. Die Betreuung endet meist mit dem Abschluss der Schul- bzw. Berufsausbildung.

Wer finanziert das betreute Jugendwohnen?

In der Regel werden Miete und Lebensunterhalt gemäß eines Tagessatzes ermittelt. Dabei wird das Einkommen der Jugendlichen bzw. deren Eltern entsprechend der gesetzlichen Vorgaben geregelt und mit einbezogen, d. h., sie müssen sich unter Umständen an den Kosten beteiligen. Denn in vielen Fällen sind die zur Verfügung stehenden Wohnungen in normalen Wohnhäusern, die teilweise als Wohngemeinschaften oder auch einzeln gemietet werden, z. B. wenn der Jugendliche bereits volljährig ist. Aus diesem Grund steht es den Jugendlichen frei, je nachdem ihr Zimmer oder die kleine Wohnung selbst einzurichten und zu gestalten. Einige Jugendliche können z. B. ihr Jugendzimmer von zuhause mitnehmen, oder wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen, über die Ämter Beihilfen zum Möbelkauf erhalten.

Welche Aufgabe erfüllt der Betreuer der Jugendlichen?

Üblicherweise kommen die Betreuer regelmäßig nach Vereinbarung zu den Jugendlichen, um Gespräche zu führen und um zu sehen, wie der Einzelne zurechtkommt. Aber auch, um Hilfestellungen zu geben, z. B. beim Ausfüllen von Anträgen, der Suche nach einem Schülerpraktikum und eventuelle Begleitung zu Ämtern. Außerdem wird es manchmal notwendig zu reden, wenn ein Jugendlicher sehr konfliktbeladen ist und psychologische Hilfe benötigt. In einem solchen Falle ist der Betreuer oft die erste Ansprechperson, um gemeinsam zu erörtern, ob therapeutische Maßnahmen ergriffen werden sollten. Die individuelle Unterstützung, die sich durch betreutes Jugendwohnen ergibt, verhilft den Betroffenen dazu, sich einmal selbst zu finden, selbstständig zu entscheiden, aber ebenso einen Abstand zu den Problemen zu bekommen, um das zukünftige Leben in Eigenverantwortung zu gestalten.

Bild: panthermedia.net Friedemann Lätsch