Bringen SSD-Festplatten spürbaren Geschwindigkeitszuwachs?

Die sogenannten Geschwindigkeitswunder SSD Festplatten sind in aller Munde. Von einer Geschwindigkeitsrevolution ist die Rede aber ist dieser beschriebene Geschwindigkeitsvorteil wirklich spürbar, oder nur in realitätsfernen Tests zu messen und was genau ist der Unterschied zur normalen Festplatte?

Technischer Hintergrund – wichtige grundlegende Unterschiede

Eine SSD (Solid State Drive) ist, simpel ausgedrückt, quasi ein riesiger USB-Stick, also ein Festkörperspeicher (Flash-Speicher) welche ohne die mechanischen Komponenten einer normalen Festplatte auskommt. Es gibt keine rotierenden Scheiben und keinen Schreib-/Lesekopf, der erst mühsam die zu lesenden Dateien „suchen“ muss. Es gibt noch viele Unterschiede, welche aber hier nicht weiter erläutert werden sollen. Allein diese Tatsache lässt die Antwort auf die ursprüngliche Frage erahnen: Ja, die SSD-Festplatte ist viel schneller und der Geschwindigkeitszuwachs ist spürbar, da auf alle Daten des Speichers direkt zugegriffen werden kann. Je nach Verteilung der Daten ist die gemessene Geschwindigkeit zwischen 4x bis zu 30x schneller gegenüber einer herkömmlichen Festplatte. Zudem sinkt der Stromverbrauch im Vergleich zu einer herkömmlichen Festplatte.

Ist die Geschwindigkeit spürbar?

Grade der Windowsstart und der Start diverser Programme benötigen viel Lesezugriff auf kleine Dateien und hier spielt die SSD-HDD Ihre Stärke aus. Windows bootet spürbar schneller und viele Programme starten quasi ohne Verzögerung, Ladebalken sind, wenn überhaupt, nur noch sehr kurz zu sehen. Alle Situationen in denen viele (meist kleine) Datenpakete gelesen oder geschrieben werden müssen werden spürbar beschleunigt. Grade dieser gefühlte Geschwindigkeitsschub ist der Grund warum SSDs in aller Munde sind. SSD als externe Festplatten zu betreiben ist natürlich auch eine Option, um Datensicherungen schnell durchführen zu können oder extern gelagerte Daten schnell einlesen zu können. Dazu sollte man aber wissen, dass eine Verbindung über USB 3.0 oder gar 2.0 einen mittleren bis sehr großen Geschwindigkeitsverlust gegenüber der Leistungsfähigkeit des SSD bedeutet. Die eSata Schnittstelle wäre in diesen Fall die richtige Wahl. Von einer Verwendung als permanentes Back-up-Medium wird aufgrund der hohen Schreibaufkommen aber abgeraten, da die Lebensdauer des SSD dadurch stark verkürzt wird. Bei einem durchschnittlichen Schreibaufkommen von 20GB / Tag soll ein SSD laut Intel ca. 5 Jahre seinen Dienst fehlerfrei verrichten.

Bild: Samsung